Übersicht über die Ereignisse von 1945-2004

9.10.1975
Am 9. Oktober erhält die polnische Regierung von der deutschen Bundesregierung einen niedrigverzinsten Kredit in Höhe von 1 Mrd. DM, im alltäglichen Sprachgebrauch als "Jumbo" bezeichnet. Wegen seiner wirtschaftlichen Probleme ist Polen nicht in der Lage, die laufenden Kreditzinsen zu bezahlen.
1975
Anläßlich des Bekanntwerdens eines eines russisch-polnischen Verfassungsentwurfs, in dem die "Freundschaft mit der Sowjetunion" festgeschrieben werden soll, kommt es zu Protesten der Bevölkerung.
19.2.1976
Am 19. Februar tritt das zwischen Polen und der Bundesrepublik vereinbarte Aussiedler-Protokoll, verbunden mit einem Rentenabkommen, in Kraft. Die BRD bezahlt 1,3 Milliarden DM Pauschale für die in den ehemals deutschen Gebieten Lebenden mit Ansprüchen an die deutsche Rentenversicherung. Dafür sollen weitere 125 000 Deutschstämmige in die Bundesrepublik ausreisen dürfen.
24.6.1976
Am 24. Juni werden in Polen drastische Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel bekanntgegeben, die zu Protesten und Unruhen führen. Die Brutalität der Polizei und die Härte der Justiz motivieren die Arbeiter zur Gründung eines "Komitees zur Verteidigung der Arbeiter" (KOR), das sich 1977 in „Komitee für gesellschaftliche Selbstverteidigung“ (KSS-KOR) umbenennt und in der Folge als Bürgerrechtsbewegung für mehr Demokratie versteht.

Der polnische Papst

16.10.1978
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Der polnische Papst 1978
Am 16. Oktober wird der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyla als erster Pole in der Geschichte zum Papst Johannes Paul II. gewählt. Die Wahl stärkt die Position der katholischen Kirche in Polen und mit ihr die katholisch-polnische Opposition gegen die sowjetische Bevormundung.
1979
Im Juni bereist Papst Johannes Paul II. zum ersten Mal im neuen Amt sein Heimatland und wird dort von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Die katholische Kirch in Polen gewinnt, die kommunistische Parteiführung verliert an Macht.
1980
Nach einer erneuten drastischen Preiserhöhung am 1. Juli und der Entlassung der Kranführerin Anna Walentynowicz auf der Danziger Lenin-Werft, die dem "Gründungskomitee unabhängiger Gewerkschaften" angehört, kommt es in Polen zu einem großen Streik in de Werften, im oberschlesischen Industrierevier und in den großen Kombinaten des Landes.
1980
Ein überbetriebliches Streikkomitee unter Führung des Elektrikers und Mitglieds der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung Lech Walesa (geb. 1943) wird beauftragt, die Forderungen der streikenden Arbeiter gegenüber der Regierung zu vertreten. Am 31. August schliessen der stellvertretende Ministerpräsidenten Mieczyslaw Jagielski und Lech Walesa eine Vereinbarung ("Danziger Abkommen"), mit der zum ersten Mal in einem kommunistischen Land eine unabhängige Gewerkschaften mit Streikrecht zugelassen wird. Noch am selben Tag wird die Gewerkschaft Solidarnosc gegründet, die den Beginn der Demokratisierungsbewegung im sozialistischen Polen markiert.

Die Solidarnosc und die SPD

1980
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Die Solidarnosc und die Spd 1980
Die unerwartet erfolgreiche Solidarnosc-Bewegung kommt der bundesdeutschen Annäherungspolitik in die Quere. Die polnischen Freiheitskämpfer fühlen sich wiederum von der SPD mißachtet und gemaßregelt
1980
Nach den "Tagen der Freundschaft und Kultur der DDR und der VR Polen" im Sommer schreibt die SED-Bezirkszeitung "Neuer Tag" über das Verhältnis der DDR zu Polen: "Das Freundschaftsfundament bleibt unerschütterlich."
1980
Nachdem im Herbst die polnische Gewerkschaft Solidarnosc offiziell zugelassen worden ist, schließt die DDR ihre Grenze zu Polen und nimmt alle seit 1972 gewährten Reisefreiheiten zurück.

Die DDR und Solidarnosc

1981
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Die DDR und Solidarnosc 1981
Mit der Existenz der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc sehen die Machthaber in der DDR die Grundlagen ihres Gesellschaftssystems bedroht
13.12.1981
Am 13. Dezember verhängt der polnische Regierungschef General Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht. Lech Walesa und zahlreiche andere Solidarnosc-Aktivisten werden inhaftiert. In der Folgezeit kommt es zu humanitären Hilfsaktionen für die notleidende polnische Bevölkerung, v. a. aus Deutschland ("Paket-Aktion").
8.10.1982
Ein neues Gewerkschaftsgesetz vom 8. Oktober bringt das endgültige Verbot der Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc".
22.7.1983
Am 22. Juli wird der seit dem 13.12.1981 geltende Ausnahmezustand aufgehoben.
5.10.1983
Am 5. Oktober erhält der Solidarnosc-Führer Lech Walesa den Friedensnobelpreis. Da ihm selbst die Ausreise verweigert wird, nimmt diese Auszeichnung stellvertretend seine Frau Danuta entgegen.
19.10.1984
Am 19. Oktober wird der mit der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc sympathisierende Priesters Jerzy Popieluszko entführt und vom polnischen Geheimdienst ermordet. Seine Leiche wird elf Tage später in einem Stausee bei Wloclawek gefunden.
3.11.1984
Der vom polnischen Geheimdienst ermordete Priester der Warschauer Stanislaw-Kostka-Kirche, Jerzy Popieluszko, wird am 3. November beerdigt. Die Trauerfeierlichkeiten werden zu einer einer politischen Demonstration, an der Hunderttausende teilnehmen.
11.3.1985
Am 11. März wählt das Zentralkomitee der KPdSU Michail Gorbatschow zum neuen Generalsekretär der Partei, der zum Wegbereiter für Reformen im ganzen Ostblock wird. Mit seinen Forderungen nach Glasnost und Perestroika, Transparenz und Umgestaltung, leitet er eine neue Ära in der Sowjetunion ein.
1987
Im Januar kritisiert Generalsekretär Gorbatschow die Fehler der KpdSU. Aufhebung der "Breschnew- Doktrin": Gorbatschow sichert den Ostblock-Staaten außerhalb der UdSSR militärische Zurückhaltung zu und öffnet ihnen damit den Weg zur Selbständigkeit.
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