Übersicht über die Ereignisse von 1945-2004

8.6.1987
Am 8. Juni trifft Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch in Polen ein. Dabei führt er sowohl mit Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski als auch mit Arbeiterführer Lech Walesa Gespräche.
27.9.1987
Am 27. September trifft US-Vizepräsident George Bush bei seinem Polenbesuch sowohl mit Staatschef Wojciech Jaruzelski wie auch mit Arbeiterführer Lech Walesa zusammen. Bush will nach der Lockerung der wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Polen nun die bilateralen Beziehungen normalisieren.
4.1.1988
Am 4. Januar beginnen die ungarischen Behörden mit der Ausgabe von Reisepässen, mit denen ungarische Bürger ohne Ausreisevisum auch ins westliche Ausland reisen dürfen.
12.1.1988
Am 12. Januar Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher trifft im Rahmen seines Polenbesuchs mit dem Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft "Solidarnosc", Lech Walesa zusammen und sichert der polnischen Opposition Unterstützung bei ihrem Eintreten für demokratische Reformen zu.
1988
Erneute Streikwelle in Polen. Aufruf zu einem "Runden Tisch" aller politischen Gruppierungen, einschließlich der immer noch verbotenen Solidarnosc. Im Dezember finden erste Gespräche zwischen der kommunistischen Regierung und den polnischen oppositionellen Gruppen statt.
7.7.1988
Am 7. Juli endet in Prag die dreitägige 44. Jahrestagung des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Polen begrüßt Gorbatschows Vorschlag, eine stärkere Zusammenarbeit mit der Europäischen Gemeinschaft (EG) anzustreben.
1.10.1988
Am 1. Oktober wird Michail Gorbatschow zum Vorsitzenden des Obersten Sowjet und damit zum sowjetischen Staatsoberhaupt gewählt. Als Staats- und Parteichef kann er die personelle Basis für seine Reformpolitik schaffen.
26.11.1988
Am 26. November wird Krzysztof Kieslowskis (1941-1996) "Kurzer Film über das Töten" als bester Film mit dem erstmals in Berlin vergebenen Europäischen Filmpreis "Felix" ausgezeichnet.
19.1.1989
Am 19. Januar verkündet DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker, die Mauer werde "in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind".
1989
Abschluß der Gespräche am Runden Tisch und Aufhebung des Verbots der "Solidarnosc".
2.5.1989
Ungarn beginnt am 2. Mai mit dem Abbau der Grenzbefestigungen zu Österreich.
10.5.1989
Am 10. Mai wird Lech Walesa mit dem Menschenrechtspreis des Europarats ausgezeichnet.
4.6.1989
Aus den Parlamentswahlen (Sejm und Senat) am 4. Juni, bei denen erstmals unter kommunistischer Herrschaft in Polen eine echte Oppositionspartei kanditiert, geht Lech Walesa mit dem Gewerkschaftsbund „Solidarnosc“ als Sieger hervor und erreicht eine Regierungsbeteiligung.
12.6.1989
Der sowjetische Staats- und Parteichef Gorbatschow besucht vom 12. bis 15. Juni die Bundesrepublik und erklärt: "Die Mauer kann wieder verschwinden, wenn die Voraussetzungen entfallen, die sie hervorgebracht haben". In einer "gemeinsamen Erklärung" bekräftigt die UdSSR zum erstenmal das Recht eines jeden Staates, "das eigene politische und soziale System frei zu wählen".
19.7.1989
Staatsratsvorsitzender Jaruzelski wird am 19. Juli Präsident der Volksrepublik Polen, Tadeusz Mazowieckis zum Ministerpräsidenten gewählt.
4.9.1989
In Leipzig findet am 4. September die erste Montagsdemonstration im Anschluß an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche statt. Es wird mehr Reisefreiheit und die Abschaffung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gefordert.
12.9.1989
Die DDR protestiert am 12. und 13. September gegen die vorgenommene Öffnung der ungarischen Grenze für DDR-Bürger und bezeichnet dies als "organisierten Menschenhandel".
27.9.1989
Der bundesdeutsche Außenminister Dietrich Genscher erklärt am 27. September vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, das polnische Volk solle wissen, "daß sein Recht, in sicheren Grenzen zu leben, von uns Deutschen weder jetzt noch in Zukunft durch Gebietsansprüche in Frage gestellt wird".
7.10.1989
Am 7. Oktober wird der 40. Jahrestag der DDR-Gründung gefeiert. In Ost-Berlin fordert der sowjetische Staats- und Parteichef Gorbatschow Reformen und äußert die berühmten Worte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Die gleichzeitig in vielen Städten der DDR stattfindenden Demonstrationen werden brutal aufgelöst und über tausend Menschen verhaftet.
9.11.1989
Am Abend des 9. November verkündet das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski bei einer direkt übertragenen Pressekonferenz im Fernsehen (versehentlich) eine weitreichende Reisefreiheit für DDR-Bürger. Daraufhin drängen noch am selben Abend Tausende von Ost-Berlinern nach West-Berlin. Kurz vor Mitternacht öffnen sich die ersten Schlagbäume an der Mauer.
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